1 Die Reise beginnt
von Manfred Mai

Drei Tage hat es in Leimolinoland geregnet, heute scheint endlich wieder die Sonne. Tesalina und Tesalino treffen sich in ihrem Baumhaus und überlegen, was sie machen sollen.
"Jedenfalls nicht lange hier drin sitzen", sagt Tesalina. "Da draußen wartet garantiert irgendwo ein Abenteuer."
"Ich komme mit", sagt Tesalino sofort und schnappt sein Skateboard. Drei Regentage lang hat er nur gelesen. Auch wenn er gern liest, ist ihm ein richtiges Abenteuer doch noch lieber.
Gerade als sie losfahren wollen, hält ein Auto am Straßenrand. Ein Mann steigt aus und kommt auf sie zu. "Grüß euch", sagt er. "Gott sei Dank hab ich euch endlich gefunden! Ihr seid unsere letzte Hoffnung."
"Hä?", rutscht es dem überraschten Tesalino heraus.
"Ihr wisst doch bestimmt, dass im Sommer in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft stattfindet..."
"Klar", sagt Tesalina. "Sollen wir da mitspielen?"
"Nein, das nicht", antwortet der Mann lächelnd. "Es geht um etwas anderes: Wir vom Organisationskomitee möchten, dass die Spieler aus den verschiedenen Ländern gerne bei uns sind. Deshalb wollen wir ein WM-Dorf bauen, in dem sich alle zuhause fühlen. Und dazu brauchen wir eure Hilfe."
"Unsere Hilfe?", fragt Tesalino.
"Ja, ihr sollt für uns in die Teilnehmerländer reisen um zu erkunden, wie die Menschen dort leben. Und dann sollt ihr das Dorf planen und bauen. Dafür könnt ihr euch natürlich Unterstützung aus den Ländern mitbringen."
Die beiden schauen sich an. Ein Reiseabenteuer!
"Die Sache eilt sehr", drängelt der Mann.
"Auftrag angenommen!", rufen sie begeistert.
Der Mann drückt ihnen dankbar die Hände.

Schon am nächsten Morgen fliegen Tesalino und Tesalina ins Land des amtierenden Weltmeisters, nach Brasilien. Als sie vor dem Flughafen von Rio stehen, entdecken sie einen Jungen, der mit einem Fußball jongliert.
"Hepp!", ruft er und kickt den Ball zu Tesalino. Der reagiert blitzschnell und fängt ihn sicher.
"Super!", lobt der Junge. "Du bist ein guter Torhüter."
"Und wer bist du?"
"Ich bin Roberto und wenn ich groß bin, will ich spielen wie Ronaldo", antwortet der Junge.
Tesalino und Tesalina erzählen ihm, warum sie nach Brasilien gekommen sind.
"Super, ich bin dabei", sagt Roberto, "eine Reise zur WM nach Deutschland lasse ich mir doch nicht entgehen! Kommt mit!" Er zeigt Tesalino und Tesalino die Millionenstadt. Am meisten beeindruckt sind sie von der riesigen Christusstatue auf dem Corcovado.
"Da möchte ich hinauf und alles von oben sehen", sagt Tesalina.
Sie steigen in die Zahnradbahn und fahren hoch. Von oben haben sie eine herrliche Aussicht über die vielen Hochhäuser zwischen den Hügeln und dem kilometerlangen Strand.
"Ihr müsst unbedingt mal kommen, wenn bei uns Karneval ist", sagt Roberto. "Da singt und tanzt die ganze Stadt."
Auf dem weiten Weg durch die Stadt fragt Tesalino: "Was sind denn das für Hütten an dem Hang dort oben?"
"Da wohnen Leute, die sich keine richtigen Häuser und Wohnungen leisten können", antwortet Roberto.
"Sind sie so arm?"
Roberto nickt.
"Warum sind sie so arm?"
"Weil sie keine richtige Arbeit haben."
"Und warum haben sie keine?"
Roberto zieht die Schultern hoch.
In einem Vorort von Rio fotografieren Tesalino und Tesalina das Haus, in dem der berühmte Ronaldo aufgewachsen ist.
So ein Haus bauen wir im WM-Dorf", sagt Tesalino.
"Und ich nehme mein Karnevalskostüm als Dekoration mit", schlägt Roberto vor.
"Das ist eine super Idee", meint Tesalina.
"Welche Länder haben wir denn noch vor uns?", möchte Tesalino wissen.
"Mal sehen", überlegt Tesalina. "Auf jeden Fall müssen wir einmal auf jedem Kontinent gewesen sein."
"Oh je. Dann haben wir ja mindestens noch vier Länder vor uns!", rufen Tesalino und Roberto gleichzeitig.
"Ob wir das alles rechtzeitig schaffen?", fragt Tesalino zweifelnd.
"Wir müssen es schaffen. Immerhin haben wir einen Auftrag!", sagt Tesalina.
Eilig machen sich die drei auf den Weg...

Und jetzt seid ihr dran: Welche Länder, die bei der WM dabei sind, suchen sich Tesalino und Tesalina für ihren Besuch aus? Was erleben sie dort? Welche anderen Kinder lernen sie kennen? Und schaffen sie es, mit Roberto und ihren neuen Freunden den Auftrag zu erfüllen und das Fußballdorf rechtzeitig zum Start der Weltmeisterschaft fertig zu stellen? Das wird spannend...

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Die Reise geht weiter
von den 26 Kindern der Klasse 4a

2 Costa Rica

"Wusstet ihr, dass das Eröffnungsspiel zur Fußballweltmeisterschaft am 9. Juni um 18.00 Uhr stattfindet und dass beim aller ersten Spiel der WM unsere deutsche Nationalmannschaft gegen Costa Rica antreten muss. Was meint ihr, wäre das nicht ein Grund, uns Costa Rica mal genauer anzusehen?", schlägt Tesalino vor und legt seine Fußball-Illustrierte zur Seite.
"Du hast Recht", stimmt Tesalina zu. "Aber wo liegt das Land überhaupt?"
Roberto kennt sich aus. Er sagt: "Das ist in Mittelamerika - zwischen Panama und Nicaragua! Wir müssen nur nach Norden fliegen."
Sie kaufen ihre Tickets und steigen in den Flieger. Während des Fluges ruft Tesalino plötzlich: "Hast du das gelesen, Tesalina? Die Fifa hat die Eröffnungsgala in Berlin abgesagt!"
"Ja! Und stell dir vor, die Stiftung Warentest findet die Stadien unsicher. So darf das doch nicht weiter gehen! Ich glaube, jetzt müssen wir uns richtig ins Zeug legen, damit das Weltmeisterschaftsdorf ein Superknüller wird", meint Tesalina, während sie die Sportzeitung umblättert.
"Wie lautet euer Auftrag noch mal genau?", will Roberto wissen.
"Wir sollen in die Teilnehmerländer reisen, um zu erkunden, wie die Menschen dort leben. Und dann sollen wir das WM-Dorf so planen und bauen, dass sich dort alle zu Hause fühlen. Keine leichte Aufgabe! Gut, dass du uns beim brasilianischen Dorf hilfst!"
Nach einigen Stunden Flugzeit haben sie den Hauptflughafen in San José endlich erreicht. Ein Zug bringt sie nach Puerto Limón.
"Na, das ist ja nur eine Hafen- und Provinzhauptstadt!", meint Tesalino.
"Ist doch egal, ob es eine Hauptstadt wie San José ist oder eine andere! Wie es im Land aussieht und wie die Menschen leben, wollen wir doch wissen!", erklärt Tesalina verärgert durch Tesalinos Kommentar.
Plötzlich merken sie, dass sie von einem Mädchen eingehend gemustert werden. Die beiden Geschwister erklären dem Mädchen, wer sie sind und welchen Auftrag sie haben. Nun hat es gleich mehr Vertrauen zu den beiden.
Tesalina fragt: "Wie heißt du?"
"Ich heiße Miriam und bin neun Jahre alt. Ich wohne seit vier Jahren in einem Dorf bei Puerto Limón. Mein Vater muss hier in Costa Rica Bananen und Kaffee für Europa einkaufen. Ich habe früher in Paderborn gewohnt; das ist in Deutschland."
"Ja, ja!", fällt Tesalina ihr ins Wort. "Wir kommen auch aus Deutschland und sind mit einer Klasse 4a aus Schlangen befreundet; das liegt ganz nah bei Paderborn. Aber bitte, jetzt zeige und erkläre uns alles hier!"
Zunächst zeigt Miriam den beiden erst einmal das Dorf, in dem sie wohnt. Die Häuser sind größtenteils aus Lehm und haben ein Dach aus Stroh. Plötzlich fängt es sehr stark an zu regnen und Miriam erzählt etwas vom Klima: "Hier im Regenwald ist es meist sehr feucht. Weil die Temperaturen hier fast immer zwischen 20° und 25° liegen, wächst hier alles gut."
Für 1000 Centimos fährt sie ein Bootsmann durch den Dschungel. Dort zeigt ihnen Miriam einen Wasserfall, eine Hängebrücke und noch wunderschöne Vögel: Papageien, Tukane und Kolibris.
In dieser Nacht schlafen Tesalina und Tesalino besonders gut. Sie wissen, dass Miriam sie nach Deutschland begleiten wird.
Am nächsten Morgen frühstücken die vier noch zusammen mit Miriams Eltern. Sie bedanken sich auf Spanisch für die Gastfreundschaft: "Muchas gracias!" Und bald sitzen sie im Flieger und haben sie ein neues Ausflugsziel - die USA.

3 USA

"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ja riesig! Trotzdem nehmen die USA nur mit einer Mannschaft an der Fußball-WM teil!", stellt Tesalino fest.
Tesalina faltet eine Landkarte auseinander und grübelt: "Was schauen wir uns denn mal an? Gibt es noch Indianer und den Wilden Westen wie in den Cowboyfilmen im Fernsehen? Oh, schaut mal hier: Hollywood in Kalifornien!" Dabei zeigt sie mit dem Finger auf den Osten der USA.
Roberto meint: "Auf der Landkarte sieht der Mississippi fast so groß aus wie der Amazonas bei uns in Südamerika."
Unschlüssig wandern sie über die Karte.
"Von New York habe ich in den Nachrichten schon oft etwas gehört", sagt Tesalina.
Tesalino ruft: "Wir landen in New York City. Das ist die größte Stadt der USA. Sie hat ungefähr 8 Millionen Einwohner!"
Als sie aussteigen, meint Roberto erstaunt: "Wie groß ist denn der Flughafen hier?"
"Ja, ganz groß! Da ist ja ein Schild, da steht ‚John F. Kennedy'. Das ist bestimmt der Name des Flughafens."
"Da vorn steht ein Mädchen und guckt uns an. Was will es von uns?", fragt Roberto.
Nun kommt es auf die anderen zu und sagt: "Hallo, ich bin Sarah und will euch fragen, ob ich euch alles zeigen darf."
"Ja", antworten die Kinder.
"Dann kommt mit! Ich zeige euch New York."
Im Hafen von New York sehen sie eine große Statue, die Freiheitsstatue.
"Was bedeutet sie?", fragt Tesalina. "Die Statue symbolisiert die Unabhängigkeit der USA. Sie wurde 1886 aufgestellt. Sie ist 102 m hoch. In der Krone befinden sich 25 Fenster. Die Statue ist aus Kupfer und leicht grünlich."
"Kommt, wir gehen rein!", meint Tesalino. Sie besuchen das Museum und sehen sich an, wie die Statue gebaut wurde. Plötzlich sehen sie einen Haufen Menschen, der sich um einen Mann versammelt hat. Sie hören nur, dass er von der Freiheitsstatue spricht. Es ist also eine Führung, da schließen sich die Kinder einfach dem Trubel an. Tesalina liest ein großes Schild: "Wer Höhenangst hat, sollte unten bleiben." Die Kinder sehen sich verdutzt an. "Haben wir Höhenangst?"
"Nein!"
Danach fahren sie mit dem Aufzug nach oben bis in den 10. Stock. Dann müssen sie laufen, weil der Aufzug zu Ende ist. Oben gucken sie aus den Fenstern über New York.
Sie notieren noch schnell von einem Plakat eine passende Internetadresse:
www.newyork-reise.de/freiheitsstatue.htm
In der Stadt sehen sie eine große Baustelle. Sarah sagt: "Dort stand einmal das World Trade Center. Es wurde am 11. September 2001 zerstört. Die beiden Türme stürzten in sich zusammen, nachdem zwei Flugzeuge in die Hochhäuser geflogen waren. Tausende Menschen verloren ihr Leben." Die Kinder sind darüber sehr traurig, aber sie wollen noch mehr entdecken.
"Wisst ihr, dass unsere Fußballnationalmannschaft hier im Yankee-Stadion spielt?"
Auf dem Weg dorthin wundert sich Miriam, wie verschieden die Menschen aussehen.
"Ja, bei uns gibt es viele verschiedene Rassen: Weiße, Schwarze, Afro-Amerikaner, Asiaten, Indianer, Mischlinge usw.", sagt Sarah.
Später fliegen sie mit einem Privatflugzeug nach Washington. Das geht am schnellsten und sie sitzen nicht in so einer Menschenmenge wie im Passagierflieger. Der Flugplatz, auf dem sie in der Hauptstadt landen, liegt in der Nähe des Weißen Hauses. Darum beschließen die Freunde, eine Besichtigung des Weißen Hauses mitzumachen. Es ist schön eingerichtet und prachtvoll, finden alle.
"Der erste Präsident war Abraham Lincoln und jetzt ist es George W. Bush. 1613 wurde dieses Land erst gegründet. Nachdem Kolumbus 1492 Amerika entdeckt hatte, wanderten viele Europäer nach hierhin aus. Heute besteht es aus 53 Ländern", erzählt Tesalina.
"Stimmt alles genau! Woher wisst ihr das?", meint Sarah ratlos.
"Von der Klasse 4a!", antworten Tesalina und Tesalino wie aus einem Mund. Nun müssen sie aber ein Hotel finden, um zu übernachten. Doch sie haben Glück. Schon bald haben sie ein Hotel, das offen ist, gefunden, sie bezahlen 100 US-Dollar und schlafen schnell in ihren Hotelzimmern ein.
Am nächsten Morgen fliegen sie weiter. Sarah zeigt ihnen noch San Franzisko und Los Angeles, die Rocky Mountains, den Colorado, den Mississippi, den Michigan-See, den Erie-See und den Oberen See.
"Kann ich euch noch mehr zeigen?", fragt Sarah.
"Wir stehen doch unter Zeitdruck!", wirft Tesalina ein.

4 Ghana

Tesalino, Tesalina, Roberto, Miriam und Sarah sitzen nebeneinander im Flieger nach Afrika. Ihr Ziel ist Accra, die Hauptstadt von Ghana. Unter sich sehen sie die weite Fläche des Atlantiks. Plötzlich kommt schon die Durchsage der Stewardess: "Wir landen in zehn Minuten in Accra, bitte die Rückenlehnen hoch stellen und die Sicherheitsgurte anlegen!"
Als es bei der Landung etwas ruckelt, stemmen Tesalino und Tesalina zusätzlich ihre Klebefüße auf den Boden und greifen mit den Klebehänden nach den Armlehnen. Wie praktisch, so haben sie mehr Halt!
Roberto sieht ihnen staunend zu. Dann ziehen Tesalino und Tesalina ihre Handschuhe wieder an und die fünf steigen aus.
Draußen trifft sie fast der Schlag. Es ist so heiß, am liebsten würden sie wieder nach Deutschland fliegen. Der Flughafen ist nicht einmal halb so groß wie der in Rio de Janeiro oder der in New York. In der Nähe vom Flugzeug steht schon ein Taxi. Damit haben sie nicht gerechnet. Roberto schlägt vor: "Lasst uns doch mit dem Taxi fahren, bevor noch ein anderer einsteigt!"
Schnell stimmen die beiden zu und alle gehen - eher gesagt - rennen zum Taxi. "Wir möchten nach Takoradi!", ruft Tesalina.
"Nach Takoradi? Dahin wollen nur wenige mit dem Taxi, das ist weit. Aber wenn ihr wollt, habe ich nichts dagegen euch dorthin zu fahren", meint der Taxifahrer.
"Fahren Sie bitte endlich los! Wir haben einen wichtigen Auftrag."
Als sie zwei Stunden später ankommen, sagt Tesalino: "Hier in Ghana ist einiges anders als in Brasilien."
Was sie dann sehen, sind lauter schwarze Köpfe. Langsam, aber sicher entfernen sie sich vom Taxistand und schlendern auf den großen, mit Menschen überfüllten Marktplatz. Tesalina, Tesalino, Roberto, Miriam und Sarah kämpfen sich durch die Menschenmasse. Dann spazieren die fünf durch die engen Gassen.
Plötzlich fragt ein Junge: "Wollt ihr einen Topf oder einen Topflappen oder vielleicht eine Bratpfanne?" "Warum?", fragen alle fünf erstaunt.
"Wir sind so arm", seufzt der Junge traurig. "Hier in Ghana gibt es wenig Arbeit, hier sind viele Leute sehr arm."
Obwohl er alles auf Englisch sagt, können Tesalina und Tesalino es verstehen.
Als sie in die nächste Gasse einbiegen, sehen sie einen Stoffstand. Dahinter sitzt eine schlafende Frau. "Excuse me, madam!", ruft Tesalina. Ein Mädchen namens Aba und ihr Bruder John Kwame, der gerade einen Ball auf dem Kopf balanciert, schauen sie an. Die Frau hinter dem Stand war in der Hitze eingedöst und macht nun ihre großen Kulleraugen auf. Noch etwas wacklig auf den Beinen geht sie zu ihrer Ware und fragt, was es sein darf.
"Wie teuer ist dieser blaue Stoff mit Schildkröten hier?"
"1000 Cedi der Meter", antwortet die Frau.
Inzwischen stehen Tesalino, Miraim, Sarah, Roberto und John Kwame an dem gegenüberliegenden Stand mit allerlei Spielzeugen. Aba sieht dabei zu, wie sich die Jungen amüsieren. Jetzt kommt auch Tesalina zu ihnen. Plötzlich schreit sie: "Da, da ist eine Schlange!"
Aba erklärt: "Das ist ein berühmter Schlangenmann, der Schlangen nach seiner Flöte tanzen lässt."
"Aha", sagen alle im Chor.
Tesalino ist begeistert: "So etwas brauchen wir für das WM-Dorf!"
Roberto meint: "Gute Idee, aber jetzt kommt endlich oder wollen wir hier Wurzeln schlagen?"
"Oh!", ruft Tesalino erstaunt, als er auf die Uhr schaut. "Wir müssen weiter."
"Wo wollt ihr denn hin? Habt ihr überhaupt schon ein Hotelzimmer gemietet?", fragt Aba.
Kopfschüttelnd sehen die drei sich an.
"Na, dann kommt doch mit zu uns!", rufen Aba und John Kwame.
Nun fahren sie mit einem kleinen, alten, knirschenden Bus ins Dorf. Während der Fahrt fragt Aba, warum die drei überhaupt nach Ghana gekommen sind. Da erklären Tesalino und Tesalina den Auftrag, den sie zu erledigen haben. Aba und John Kwame versprechen, ihnen zu helfen: "Wir können euch zeigen, wie wir hier leben."
Dann erzählt John Kwame ihnen vom Regenwald. Und während sie so reden, sind sie auch schon im Dorf angekommen.
"Oh, ist das schön hier: kleine Hütten, Palmen, Früchte und das himmelblaue Meer mit der Sonne am Horizont!", staunt Tesalina.
Plötzlich klopft es von links, dann von rechts und auf einmal von überall her.
"Was ist das?", will Tesalina wissen.
"Da vorn ist eine Frau eben erst im Haus verschwunden. Wir fragen sie einmal. Kommt ihr mit?", sagt Roberto.
Als sie am Haus der Afrikanerin ankommen, steht die Frau mit einer dicken Holzstange in der Hand und einem Krug, der ebenfalls aus Holz ist, vor der Tür.
"Was machst du da?", erkundigt sich Tesalina.
"Ich stampfe Fufu. Das ist etwas Ähnliches wie Kartoffelbrei in Deutschland."
Aba zeigt ihnen nun ihr ganzes Dorf, und Tesalina beschließt, eines der Häuser genauso ins WM-Dorf zu bauen. Unterwegs staunen Tesalino, Tesalina und Roberto nicht schlecht, denn alle Häuser sind aus Holz. Sie haben keine Türen, sondern nur Moskitonetze. In den Fenstern gibt es kein Glas, sondern nur Vorhänge. Einen Brunnen gibt es nur im Dorf, von dort holen alle ihr Wasser. Die Leute haben keine Duschen, sondern einfache Kabinen aus Palmblättern mit Wassereimern. Man kippt sich Wasser mit einer Kürbisschale über den Kopf und dann hat man geduscht. Im Küchenhaus sind zwei kleine Feuerstellen, über jeder steht ein Gerüst. An ihnen hängen Kessel, in denen etwas kocht.
"Das Kochen ist aber komisch", denkt Roberto. "Und wie die Leute angezogen sind - bunt bedruckte Kleider und Tücher um den Kopf. Doch die Getränke, die Kokosnussmilch und die Kokosnüsse sind gut."
Tesalina notiert sich das natürlich fürs Fußballdorf.
An diesem Abend essen sie alle Fufu mit Soße. Es schmeckt ihnen ausgezeichnet. Nach dem Essen erzählt ihnen John Kwame vom Regenwald und einen Tag später nimmt Oma Jennifer sie mit zu ihrer kleinen Farm: "Ich baue dort Zuckerrohr, Tomaten, Bananen und Äpfel an und verkaufe die Früchte auf dem Markt, um Geld für meine Familie damit zu verdienen."
Am Abend sagt John: "Ich bin ein guter Fußballspieler und ich trainiere jeden Tag, damit ich so gut wie Ronaldinho werde."
Dann spielen sie am Strand mit John Kwame und den Kindern aus dem Dorf Fußball. So schön es auch in Ghana ist, sie müssen weiter. Als Bauingenieur nehmen sie John Kwame mit.
"Tut mir Leid", meint Aba traurig. "Ich kann nicht mit, ich muss meiner Mutter im Haushalt helfen!"
Oma Jennifer gibt jedem ein kleines Päckchen, welches sie erst im Flugzeug öffnen sollen. Über dem Mittelmeer macht Roberto sein Päckchen als Erster auf. Es ist ein selbstgewebter Stoff darin, auf dem der Regenwald zu sehen ist. In Tesalinos Päckchen ist auch ein selbstgewebter Stoff, aber mit einer Hütte darauf. Tesalinas Tuch zeigt einen Sonnenuntergang am Meer. Miriam und Sarah bekommen eine Trommel.
Alle finden die Geschenke schön und Tesalina meint: "Das ist das beste Andenken an Afrika, das ich mir vorstellen kann!"
So fliegen die sechs nach Frankreich, wo schon das nächste Abenteuer auf sie wartet.

5 Frankreich

"Wenn Amerikaner nach Europa kommen, wollen sie unbedingt den Eiffelturm und die Stadt an der Seine gesehen haben. Bitte, bitte, können wir uns nicht Paris ansehen", fragt Sarah.
Der Eiffelturm hat auch die anderen reisenden Kinder neugierig gemacht. Den wollen sie mal aus der Nähe sehen. Und schon ist das nächste Ziel eine beschlossene Sache.
Sie landen auf dem riesigen Flughafen Charles de Gaulle. Die sechs steigen aus und merken gleich, dass sie wieder in Europa sind. Es ist nicht so warm wie in Afrika. Sie fahren mit einer S-Bahn nach Paris hinein.
"Kommt ihr mit ins Peugoet-Werk?", fragt Tesalino.
"Aber nur unter einer Bedingung", meint Tesalina. "Wir müssen vorher genug Ideen für unser Fußballdorf gesammelt haben."
"Als erstes möchte ich zum Eiffelturm!", sagt Sarah und bald sitzen sie in der richtigen Métro. Gegenüber von Tesalino und Tesalina sitzt ein Junge. Er spricht sie an und fragt: "Vous êtes des touristes?" ("Seid ihr Touristen?")
Mit Hilfe des Wörterbuchs antwortet Tesalino auf Französisch: "Ja, wir heißen Tesalino und Tesalina und dahinten sind unsere Freunde Roberto, Miriam, Sarah und John Kwame. Wir suchen jemanden, der uns Frankreich zeigt, weil wir einen Auftrag haben."
"Oh, bien sûr, je vous montre la France!" ("Oh, sicher, ich zeige euch Frankreich!"), sagt Pierre.
Kurz darauf kommen die sieben am Eiffelturm an. "Er ist 318 m hoch, wurde aus 18 000 Einzelteilen zusammengeschraubt und für die Weltausstellung 1889 gebaut", erklärt Pierre.
In Nullkommanichts stehen sie auf der zweiten Plattform. Man sieht viele Lichter und klitzekleine Menschen.
"Tolle Aussicht!", staunt Tesalino.
Zwei Stunden später stehen sie vor der Kirche Notre-Dame.
Tesalino sagt begeistert: "Hier wurde der ‚Glöckner von Notre-Dame' gedreht."
In der Kirche werden sie von einem wunderschönen Rosenfenster begrüßt. Danach zeigt Pierre ihnen den Fluss die Seine. Später gehen alle in ein Café und essen Baguette. Dann sehen sie sich den Triumphbogen, die Stelle, an der die Radfahrer der Tour de France immer ins Ziel kommen, die Kirche Sacre Cœur und den Louvre an. Durch eine Pyramide gehen sie in das Museum.
"Die Pyramide aus Glas ist schön modern. Sollen wir die nicht im WM-Dorf nachbauen?", schlägt Tesalino vor.
Schließlich fahren sie zum Peugeot-Werk. Sie sehen, wie ein Mann mit seinem Sohn ein Auto konstruiert und fragen den Werksmeister, ob sie ihnen ein Fußball-WM-Auto bauen können.
"Natürlich, wir Franzosen handeln viel mit Deutschland. Ein WM-Auto ist eine gute Reklame für uns, es wird rechtzeitig zur Weltmeisterschaft geliefert."
Danach fahren alle zu Pierre nach Haus. Pierres Mutter ist sehr gastfreundlich und lädt alle zum Abendessen mit vielen Gängen ein.
Am nächsten Morgen frühstücken sie noch bei Pierre und fragen ihn: "Willst du mit nach Deutschland kommen?" "Ja, gerne!"
Als Pierre seine Koffer gepackt hat, fährt seine Mutter sie alle zum Flughafen.
Mit "Merci beaucoup!" und "Au revoir!" ("Vielen Dank!" und "Auf Wiedersehen!") verabschieden sich die Kinder.
Nun stehen sie vor den Schaltern und überlegen, wohin sie als Nächstes fliegen sollen.
Nach einiger Zeit meint Roberto entschlossen: "Warum fliegen wir nicht nach Deutschland und planen das WM-Dorf?!"
"Das ist eine gute Idee!", antwortet Tesalino halblaut. Die sieben steigen ins Flugzeug.
Nach zwei Stunden Flugzeit landen sie auf dem Flughafen im Leimolinoland. Dort wartet schon ihr Auftraggeber, Herr Menteser, auf sie. Er begrüßt sie ganz herzlich und fährt sie mit einem Taxi zu einer großen Wiese. Mit ihm zeigen Tesalino und Tesalina den anderen die Baufläche.
Roberto, Miriam, Sarah, John Kwame und Pierre staunen nicht schlecht über das große Grundstück und machen sich gleich an den Bauplan. Herr Menteser gibt ihnen ein paar gute Ratschläge, dann fährt der Mann vom Organisationskomitee mit seiner Limousine davon.
"Wow!", sagt John Kwame. "Da haben wir ja richtig viel Platz, um unsere Ideen zu verwirklichen!"
Sie sitzen noch um 10 Uhr Abends an ihrem Bauplan, bis sie erschöpft und müde ins Bett fallen - besser gesagt - in ihre Schlafsäcke schlüpfen. Die sieben abenteuerlustigen Kinder haben sich zwei Zelte aufgeschlagen, in denen sie jetzt tief und fest schlummern.
Am nächsten Tag stehen sie jedoch wieder recht früh auf und machen als Erstes einen Spaziergang um das Grundstück. Nach einigem Hin und Her sagt Tesalina zu Tesalino gewandt: "Eigentlich müssen wir beide schon heute weiterfliegen."
"Von uns aus könnt ihr eure Reise schon fortsetzen", meinen Sarah und John Kwame.
"Wir wissen ja, was wir zu tun haben. Und wenn wir Hilfe brauchen, haben wir ja noch Herrn Menteser und die Klasse 4a!", stimmt Sarah ihnen zu.
Um 15.15 Uhr hebt ihr Flugzeug nach Japan ab.

6 Japan

Angestrengt nach einer Karte suchend blättert Tesalino in seiner Illustrierten.
"Wo ist denn nur die Karte?", murmelt er. "Eben habe ich sie doch noch gesehen!"
"War sie da nicht?", fragt Tesalina.
"Doch da ist sie. Gut gefunden, Tesalina!", meint Tesalino.
"Ach", sagt Tesalina verdutzt. "Japan gehört ja zu Asien und liegt im Pazifik. Das ist aber weit!"
Tesalino und Tesalina nähern sich Japan. Aus dem Flugzeug heraus können sie schon einige der über 3 000 Inseln im Pazifik erkennen. Sie wollen auf einer der großen Inseln landen, auf Honshu, um als erstes die Hauptstadt Tokio kennen zu lernen.
Die Stewardess ruft auf Deutsch: "Bitte anschnallen, wir landen gleich!"
Dann sagt sie noch einmal auf Englisch: "Fasten your seat belts, please!"
Bei der Landung sehen sie ein großes Schild, auf dem komische Zeichen stehen, aber Tesalino hat ein Wörterbuch mitgenommen, in dem alle Fremdsprachen stehen.
Er übersetzt: "Herzlich willkommen in Tokio, der Millionenstadt!"
Vom Flughafen aus rufen sie gleich ihre Freunde in Deutschland an. Zuerst hören sie nur ein Piepen, doch dann erklingt am anderen Ende der Leitung die hechelnde Stimme von Roberto: "Hallo? Wer spricht da?"
Da fragt Tesalina: "Was macht ihr denn gerade? Du klingst ja ganz erschöpft."
Und Roberto erzählt - inzwischen nicht mehr ganz so keuchend - dass sie im Moment die Bäume für Ghana einpflanzen.
"Unser Bauplan ist schon fertig! Es ist alles gut überlegt!", verkündet er stolz.
Sie plappern noch zehn Minuten ohne Punkt und Komma, bis Tesalina dann auflegt.
Schon ruft sie: "Wir müssen uns mal ein Taxi suchen, wir wollen doch ins Zentrum von Tokio. Die Fahrt wird bestimmt eine Stunde dauern, weil der Flughafen außerhalb liegt."
Tesalino guckt sie erstaunt an: "Woher weißt du das?"
Sie antwortet: "Von der Oma meiner Freundin, sie war schon hier und hat alles ganz genau erzählt. Sie hat auch gesagt, dass hier über acht Millionen Menschen wohnen."
Sie suchen sich ein Taxi und fahren ins Zentrum. Die Fahrt geht über Autobahnen, die in zwei und drei Etagen über- und untereinander verlaufen.
Tesalino staunt: "So große Straßen mit so vielen Autos habe ich noch nie gesehen!"
Als sie ankommen, fragt Tesalina: "How much is it?"
"40 Yen", sagt der Fahrer. Sie zahlen.
Als sie aussteigen, stöhnt Tesalino: "Wie riecht das denn hier?"
Tesalina meint: "Das ist die Umweltverschmutzung! Hier ist ja gar keine frische Luft. Es riecht nach Auspuffabgasen, nach Fabriken..." Sie sind beide erschrocken. Erschöpft suchen sie sich eine Unterkunft.
In einem Hotel buchen sie ein Zimmer, in dem vier Betten stehen. Sie schlafen sofort ein, denn es ist ja schon neun Uhr Abends.
Zum Frühstück gibt es eine Suppe mit Nudeln, Rindfleisch und einer Art Klößen.
"So viel?", fragt Tesalina. "So etwas habe ich noch nie zum Frühstück gegessen!"
Als sie fertig sind, bitten sie die Frau an der Rezeption um eine Karte von Tokio und der Umgebung. Damit machen sie sich auf den Weg.
Auf der Straße sind viele Leute und nach einer Weile meckert Tesalina: "Ich halte das nicht mehr aus, es ist so eng hier!"
"Viel zu eng und zu voll!", unterstützt sie Tesalino.
Aber dann ruft er plötzlich: "Sieh mal, da ist eine Junge mit einem Fußball in der Hand!"
Die beiden laufen zu dem fremden Jungen und stellen sich ihm vor.
Dann ist der Junge an der Reihe sich vorzustellen: "Hallo, ich heiße Li Shang. Ich spiele gern Fußball. Am liebsten würde ich bei der Weltmeisterschaft in Deutschland mitspielen."
"Da haben wir was für dich!", meint Tesalina. "Wir suchen Kinder, die gern Fußball spielen. Wenn du uns hilfst, dein Land kennen zu lernen und einen japanischen Teil im WM-Dorf zu bauen, dann nehmen wir dich gern mit nach Deutschland."
Da springt Li Shang auf und bedankt sich sehr. "Toll! Ich zeige euch als erstes mal, wie es auf dem Land ist. Kommt, wir fahren mit dem schnellen Zug Shinkansen. Dann kommen wir am Vulkan vorbei und fahren dahin, wo es Holzhütten auf Holzpfeilern gibt. Also der Vulkan, an dem wir hier vorbeikommen, heißt Fujiyama. Er ist 3776 m hoch, immer mit Schnee bedeckt und schon lange nicht mehr ausgebrochen. Guckt mal, da ist ein buddhistischer Tempel!"
Tesalina hat natürlich ihren Fotoapparat dabei und fotografiert so viel sie kann.
"Unterwegs erzähle ich euch, was es hier alles gibt", sagt Li Shang. "In den Schulen tragen wir Schuluniformen und ziehen nicht unterschiedliche Sachen an wie ihr. Wir müssen 2000 Bildzeichen in der Schulzeit lernen und nicht einzelne Buchstaben. Und wir haben in den Schulen auch keine Putzfrauen, wir Schüler müssen alles selber sauber machen."
Tesalina holt ihren Notizblock raus und schon nach drei Minuten sind zwei Seiten voll. Dann steigen sie aus und sehen auch schon die Hütten.
Tesalina sagt: "Die haben ja ein bisschen Ähnlichkeit mit den Hütten in Afrika."
"Jetzt kann ich euch noch das Kinder-Friedens-Denkmal in Hiroshima zeigen."
In dem Friedenstempel sehen sie viele Kraniche und Tesalina findet: "Das sind aber viele Papiervögel!"
Plötzlich fällt Roberto ein Buch auf, das sich ziemlich von den anderen Büchern abhebt.
"Was ist das für ein Buch?", will er wissen.
"Das ist ein Buch über Origami", erklärt Li Shang.
"Das ist japanische Papierfaltkunst."
Dann bringt er den Kindern noch etwas Origami bei.
Es ist spät geworden. Sie fahren nach Tokio zurück, um in einem Restaurant etwas zu essen. Sie gucken in die Speisekarte, alle entscheiden sich für Sushi und bestellen. In der Zeit, in der das Essen gemacht wird, erzählt Li Shang noch interessante Dinge über Japan: "Also, unsere traditionelle Kleidung ist der Kimono und unser Nationalsport ist das Sumoringen. Sumoringer können sehr reich werden."
Da kommt auch schon das Sushi.
"Es schmeckt vorzüglich", sagt Tesalino. "Aber mit den Stäbchen zu essen, ist schwer."
Nach dem Essen wollen die drei zum Flughafen.
Erschrocken sagt Tesalino: "Oh, wie spät ist es? Wir haben unser Flugzeug schon verpasst."
Darauf antwortet Tesalino nett: "Hey, du Trottel, du musst doch viele Stunden vorrechnen!"
Sie entschließen sich, mit der S-Bahn zum Flughafen zu fahren. Doch leider sind sie in den Feierabendverkehr geraten. Als die Bahn in die Station einfährt, steigt niemand aus, aber jede Menge Leute steigen ein. Sie sind jedoch geschickt und drängeln sich genauso vor wie viele Japaner. Li Shang bekommt noch einen Platz in der Bahn.
Wie praktisch, dass Tesalino und Tesalina Klebehände und -füße haben! Sie heften sich einfach an die Decke und kommen so auch mit.

7 Australien

"Von Japan aus könnten wir doch nach Australien. Auf dem Kontinent waren wir noch nicht. Soll ich uns die Flugtickets besorgen?", fragt Tesalina, als sie am Flughafen angekommen sind.
"Einverstanden, aber diesmal fliegen wir mal nicht in die Hauptstadt. Canberra ist so klein. Ich möchte lieber nach Sydney. Von der Stadt habe ich schon viel gehört", antwortet Tesalino.
Im Flugzeug erzählt er Li Shang von ihren ersten Reisen und überlegt: "Was Roberto, Miriam, Sarah, John Kwame und Pierre wohl gerade machen?"
"Die liegen jetzt noch gemütlich in ihren Betten und schlafen", antwortet Tesalina und gähnt.
Und schon schlafen auch sie für die nächsten zwei Stunden.
Als sie ankommen, schauen sie sich erst mal Sydney an. Sie staunen über all die tollen Dinge.
Bei ihrer Stadtbesichtigung treffen sie einen Jungen, der Fußball spielt. Er heißt James. Er erzählt, dass im großen Australien nur 18 Millionen Einwohner leben.
"Wo gehen wir jetzt hin?", fragt Tesalina.
"Überraschung!", antwortet James und bringt sie zu seiner Schule.
Der Junge erklärt ihnen fast alles: "Hier in der Stadt gehen wir Kinder mit Schuluniformen zur Schule und wenn wir nachmittags nach Hause kommen, haben wir trotzdem noch Hausaufgaben auf. Für die Kinder im Busch sind die Wege zur Schule oft zu weit, deshalb werden sie über Funk oder per Computer unterrichtet. Ihre Schulsachen bekommen sie per Post."
"Ich möchte noch die Oper sehen", sagt Tesalina.
Sie fotografieren die Oper und suchen Postkarten und Briefmarken, denn sie wollen Roberto, Miriam, Sarah, John Kwame und Pierre schreiben.
"Wollen wir zu den Korallenriffen?"
Die anderen stimmen zu und eine Stunde später stehen sie in Taucherausrüstung in einem Motorboot, das sie zu den Riffen bringt. Der Motorbootfahrer erklärt, dass unter ihnen das größte Korallenriff der Welt liegt.
"Ihr könnt jetzt ins Wasser springen, wenn ihr wollt."
Da die Familie Tesa schon mal einen Tauchurlaub gemacht hat, wissen sie gleich, was zu tun ist. Beide machen eine Rückwärtsrolle ins Wasser. Es macht nur platsch, schon sind sie weg und nur noch ein paar Sekunden als schwarze Flecken zu sehen.
Unter Wasser sehen sie ein ganz schönes und großes Riff. Sie zählen allein 20 verschiedene Fische. Tesalina ist fasziniert von einem Anemonenfisch, der bei den Anemonen schwimmt, und von einem, der wie ein Dalmatiner aussieht, sie nennt ihn Dalmatinerfisch.
Tesalino und Tesalina kleben sich mit den Händen an die Steine des Riffs, um sich in Ruhe die wunderschönen Korallen anzusehen. Sie sehen viele Wasserpflanzen, ein paar Wale, Rochen und Schildkröten und die Sonnenstrahlen von oben beleuchten alles.
Nach Stunden kommen sie wieder nach oben und sind begeistert.
Kurz darauf sitzen sie in einem Bus, der sie zum Ayers Rock bringt.
"Wir fahren ja gar nicht so wie in unserem Land, wir fahren ja auf der falschen Fahrbahn," fällt Tesalina plötzlich auf.
"Nein, das ist hier schon richtig so!", erklärt James.
Die drei staunen nicht schlecht, als sie den Ayers Rock erblicken. Er ist groß und rötlich.
Tesalina fragt: "Warum ist die Erde hier so rot?"
Tesalino kramt in seinem Rucksack herum und holt einen Australienreiseführer heraus. Er guckt unter dem Buchstaben A nach. Schon findet er ihn und liest: "Die Erde ist hier so rot, weil sie eisenhaltig ist."
Auf dem Rückweg sehen sie Tiere: Koalas, Schlangen und ein Känguru mit seinem Baby im Beutel.
An einer Schaffarm kommen sie auch vorbei.
Zu Hause zeigt ihnen James stolz seine Fußball- und Trikotsammlung.
Daraufhin sagt Tesalino: "Du bist genau der Richtige für unser Fußballdorf!"
Und James' Mutter erlaubt ihm mitzureisen: "Ja, du darfst mit, wenn du gut auf dich aufpasst!"
Sie packen seine Sachen und einen Bumerang für das WM-Dorf ein.
Morgens um neun sind sie am Flughafen von Sydney. Sie haben beschlossen, Ankara in der Türkei anzusteuern, um Ali und Serkan aus ihrer Klasse eine Freude zu machen.
Aber ihr Flieger hat Verspätung. "Wir könnten die Zeit nutzen und mal unsere Freunde in Deutschland anrufen und fragen, wie sie mit den Bauprojekten vorankommen. Dann können wir auch gleich Bescheid sagen, dass wir uns nach Vorderasien auf den Weg machen!", meint Tesalino.
"Oh, ich glaube, eure Freunde werden fürchterlich wütend werden, wenn ihr jetzt anruft", wendet James ein. "Schließlich ist in Deutschland gerade Mitternacht!"
"Tatsächlich, du hast Recht, an die Zeitzonen haben wir gar nicht gedacht. Am besten verschieben wir den Anruf. Lasst uns doch schon einen Reiseführer für die Türkei kaufen!", schlägt Tesalina vor.
Als sie im Flugzeug sitzen, schauen sie von Weitem auf Australien zurück: "Wie schön es dort war!"

8 Türkei

Nach einigen Stunden Flugzeit landen sie in Ankara. Zuerst wechseln sie Euros in neue türkische Lira. Sie steigen in einen Dolmus und fahren durch die Stadt. Dort gibt es interessante Sachen und viele, schöne Geschäfte.
In einem Geschäft mit Fußballkleidung treffen sie einen Jungen namens Hakan. Er kann auch ein bisschen Deutsch, weil er mal bei seinen Verwandten in Deutschland Urlaub gemacht hat.
Tesalino fragt: "Kannst du uns die Stadt zeigen?"
Da nickt Hakan. Er zeigt den vieren fast ganz Ankara.
Tesalina staunt über die schönen Blumen: "Solche möchte ich auch im Garten stehen haben."
Nun streifen die fünf über einen der großen Basare in der Altstadt. Sie schlendern an den Ständen vorbei, genießen die Wärme unter den vielen Menschen, die hektisch hier und da hinlaufen.
Da bleibt Tesalina vor einem Fußballstand stehen. Der Junge hinter dem Stand bietet ihnen sofort Fußballsachen aller Art an.
"Hier", sagt er. "Die neuesten Trikots!"
"Das nehmen wir. Gib uns am besten gleich zwei davon - für unsere Freunde Ali und Serkan!"
Hakan zeigt ihnen noch einen Stand mit duftenden Gewürzen und einen Laden mit Ledersachen. Dann gehen sie in ein Teehaus, wo die Kellner den Tee aus etwa 30 cm Entfernung gezielt in ein Glas schütten können. Doch sie werden von den Männern sofort wieder rausgeschickt.
Auf einmal sehen sie ein Postamt. Zuerst telefonieren sie mit Roberto.
Er erzählt stolz: "Wir sind hier in Deutschland schon gut mit dem WM-Dorf vorankommen. Im brasilianischen Teil bauen wir zwar noch an einem Haus, wir haben aber schon einen Sandstrand, und Liegen mit Sonnenschirmen haben wir sogar auch schon aufgestellt. John Kwame hat sich gleich rechts vom Stadion angesiedelt. Ihr werdet staunen."
Anschließend rufen sie die Klasse 4a an. Ihre Lehrerin Frau Oesterhaus geht ans Telefon: "Oh, Tesalino und Tesalina, wo seid ihr denn?"
"In der Türkei!", antwortet Tesalina. "Wir haben heute Trikots für Ali und Serkan gekauft. Hier ist es toll, und wir werden noch eine ganze Zeit unterwegs sein."
Sie plaudern noch eine Weile und sagen zum Abschied: "Grüßen Sie bitte die ganze Klasse von uns!"
Plötzlich liest Tesalina ein großes Schild: "Vogelgrippe ausgebrochen!"
"Davor kannst du dich aber schützen. Du darfst dich auf gar keinen Fall Geflügel und Ähnlichem nähern oder Geflügelfleisch essen", weiß James.
"Sollen wir gehen auf Fußballplatz und gucken Ankara gegen Istanbul?", fragt Hakan.
"Ja", sagen alle.
Dann gehen sie zum Fußballplatz, aber das Spiel hat schon angefangen.
"Egal", meint Tesalina. "Es ist sowieso noch kein Tor gefallen."
Das meinen die anderen auch. Dann gucken sie sich das Spiel an.
"Tor!", ruft Tesalino.
Schon fünf Minuten später schreit er wieder: "Tor! Tor wieder für Ankara!"
Nach dem Spiel fragen sie Hakan, ob er eine Möglichkeit weiß, wo sie übernachten können.
"Kein Problem", sagt Hakan. "Wir haben ein großes Haus. Ihr könnt bei mir übernachten."
So fahren sie alle zu Hakan nach Hause. Die Eltern sind sehr gastfreundlich. Tesalino, Tesalina, Li Shang und James probieren viele türkische Gerichte mit komischen Namen. Interessant sind die Oliven und das Johannisbrot.
Beim Essen lernen sie sich besser kennen und Hakan erzählt über früher, als noch Sultane und Kalifen regierten, über den Koran und die Moscheen, über trockene Sommer, über Braunbären, Wölfe und Schakale, die dort leben, über die Basare, darüber dass viele Menschen ihr Geld mit dem Bau von Motoren verdienen und über den Bosporus.
"Der Bosporus ist eine Meerenge, er teilt Istanbul in zwei Teile, ein Teil der Stadt liegt in Europa, der andere in Asien. Wenn ihr nach Istanbul kommt, müsst ihr unbedingt die berühmte alte Blaue Moschee besichtigen."
"Ist Istanbul die Hauptstadt?", will Miriam wissen.
"Nein, das ist Ankara", erklärt Hakan.
Die fünf sitzen noch lange da und plaudern.
"Am liebsten würde ich euch die Kalkstein-Terrassen von Pamukkale noch zeigen?", meint Hakan.
Aber als die vier ihrem türkischen Freund am nächsten Morgen die Geschichte über das WM-Dorf erzählen, ruft er sofort: "Na klar bin ich dabei!"
Da haben sie es eilig zum Flughafen zu kommen, denn - das nächste Abenteuer wartet schon.

9 Ukraine

Von Istanbul aus geht es in die Ukraine, denn einige Kinder in Tesalinos und Tesalinas Klasse stammen von dort. Diesmal müssen die fünf ein etwas älteres Flugzeug besteigen, aber die türkischen Stewardessen sprechen gut deutsch und versorgen sie mit einer leckeren Gyrosmahlzeit. Sie fühlen sich wohl auf dem Flug.
Zwischen ihnen und der Ukraine liegt nur das Schwarze Meer. Das Wetter ist herrlich, der Himmel ist klar, so dass sie bei der Landung in der Küstenstadt Odessa den riesigen Hafen erkennen können, in dem viele große Schiffe liegen.
"Aber zur Hauptstadt Kiew will ich später auch", verlangt James.
Im Flughafen in Odessa holen sie ihre Koffer und trinken noch eine heiße Schokolade. Danach fragen sie nach einem Taxi.
Eine Frau antwortet: "Da vorne!" und zeigt auf einen Platz mit vielen Menschen.
In Odessa gucken sie sich den Hafen an.
James spielt etwas Fußball. Er kickt den Ball sehr hoch. Plötzlich fliegt er in Richtung Meer. Alle denken: "Gleich liegt der Fußball im Meer." Aber sie haben Glück. Er landet auf einem kleinen Boot. Na ja, eigentlich haben sie doch kein Glück. Denn zwei Sekunden später steht ein wütender Junge vor ihnen.
Er hat James' Fußball in der Hand und ruft aufgeregt: "Könnt ihr nicht besser aufpassen? Ihr habt mein Boot fast kaputt gemacht!"
"Oh, Entschuldigung, das wollten wir nicht", sagt Tesalino und erzählt, weshalb sie in Odessa sind.
Der Junge wird freundlicher und sagt: "Ich heiße Alexander, aber alle nennen mich nur Alex."
Dann lädt er sie alle zu einer Bootsfahrt durch den Hafen ein.
Nach zwei Stunden kommen sie wieder an. "Kannst du uns noch etwas von der Ukraine zeigen?", fragt James.
"Ich denke ja...!"
Und schon spazieren sie am Strand entlang, bis Alex plötzlich stehen bleibt.
"Ich könnte euch die Potemkimsche Treppe zeigen!", sagt er.
Tesalino, Tesalina, Li Shang, James und Hakan laufen mit Alex durch Straßen voll braun gebrannter Leute.
Da bleibt Tesalino stehen. Vor ihnen breitet sich eine riesige lange Treppe aus.
"Die hat 192 Stufen; Francesco Boffo hat vier Jahre gebraucht, um sie zu erbauen", erklärt Alex dem staunenden Tesalino.
Schon stürmt Tesalina los und ruft: "Wer als erster oben ist!"
Nach zehn Minuten stehen alle am oberen Ende der Treppe. "Jetzt - könnte ich - eine Abkühlung - gebrauchen!", hechelt Tesalina. Die anderen stimmen ihr zu. Sie holen sich ein Glas Limonade von einem Stand und schlendern weiter.
"Wenn Sommer wäre, könnten wir im schwarzen Meer baden, aber jetzt es zu kalt. Ich schlage vor, wir fahren mit meinem Boot zur Krim. Dort gibt es viele Hotels und Restaurants und einen sehr schönen Strand."
Nun geht es mit dem Boot "Marjak" hinüber zur Halbinsel Krim. Dort füllen die sechs ihre Bäuche in einem der eleganten Restaurants.
"Einfach vorzüglich!"
"Jalta ist ein sehr beliebter Kurort", beginnt Alex. "Hier gibt es viele Kuranlagen, auch das bekannte Sanatorium, das von Anton Tschechow gebaut wurde."
"Das will ich mir mal ansehen", sagt Li Shang.
Jetzt machen sie sich plaudernd und Abenteuer erzählend auf den Weg zum Sanatorium. Sie sehen Obstgärten. Sie gehen an Weinbergen und edlen Hotels vorbei. Nach einiger Zeit kommen sie endlich beim Sanatorium an. Interessiert blicken sie in, auf und um das schöne, große Gebäude und machen Fotos.
Am Ende ihrer Exkursion trinken alle Tee, aber ohne Milch, nur mit Zitrone. Sie bestellen ihn auf ukrainisch; da heißt er Tschei. Sie bezahlen fünf Griwni und bekommen ein paar Kopejki zurück.
Dann schlafen sie im schön eingerichteten Boot von Alex. Gut ausgeruht fahren sie mit dem Zug in die Hauptstadt Kiew. Sie kommen an vielen schönen Dörfern vorbei.
In Kiew machen sie als erstes einen ausgedehnten Stadtbummel. Die sechs gehen in ein Balletthaus, in eins der 25 Museen und gucken sich den Dnepr an, der durch Kiew fließt. Es ist ein gelungenes Abenteuer. Sie sehen so viele Minibusse vorbeifahren und Denkmäler, die in die Lüfte ragen.
Bei einem Spaziergang durch den "Perwamaiskin Park" erzählt Alex stolz: "Nach Russland sind wir flächenmäßig das zweitgrößte Land Europas. Wir haben 47 Millionen Einwohner in der Ukraine."
Da treffen sie ein Mädchen namens Nadja. Es ist ein Straßenkind. Nadja erzählt, warum sie auf der Straße lebt, dass sie von ihren Eltern geschlagen und immer ausgenutzt wurde und dass sie deshalb irgendwann weggelaufen ist. "Hier gibt es viele Tausend Straßenkinder wie mich. Ich lebe jetzt etwa ein Jahr so in Kiew. Im Januar hatten wir eine Kälte von bis zu minus 45 Grad. Da sind fast 200 Leute bei uns erfroren."
Hakan schenkt Nadja ein dickes Sweatshirt.
Dann gehen sie in die Sophiesche Kathedrale, die so schön ist, dass sie nicht mehr aus dem Ahh- und Ohh-Sagen herauskommen.
Alex zeigt ihnen auch noch den Markt. Danach fragen sie Alex, ob er mit nach Deutschland kommen möchte.
"Ja, gerne", antwortet er.
"Wir sollten jetzt schleunigst die Koffer packen, damit wir heute Abend noch losfliegen können", erklärt Tesalino entschlossen.
Als der Tag fast rum ist, steigen sie in die volle U-Bahn und fahren zum Flughafen. Schon bald fliegen sie in Richtung Deutschland.
Da fragt Tesalina: "Was meint ihr? Ist vielleicht so ein hübsches Dorf am Dnepr, wie wir es unterwegs gesehen haben, etwas für unser WM-Dorf?"
Alle nicken, sie sind zu müde, um zu antworten, und Alex ist sogar schon eingedöst.

10 Deutschland

"Jetzt haben wir so viele Informationen gesammelt! Wir bekommen sicher ein tolles WM-Dorf hin", ist sich Tesalino sicher. Sie sind gerade im Landeanflug auf Berlin Schönefeld und können schon die Landebahn erkennen.
Auch Tesalina ist zuversichtlich: "Und außerdem haben wir die besten Helfer aus allen Erdteilen mitgebracht. Was kann da noch schief gehen?"
"Stimmt!", meint Tesalino.
"Zur Not können wir immer noch unsere Freunde aus der Klasse 4a in Schlangen um Unterstützung bitten. Die haben doch immer gute Ideen."
Die beiden haben schon ein wenig Heimweh bekommen. Als sie dann endlich in Berlin ankommen, ist ihr Heimweh plötzlich weg. Mit Li Shang aus Japan, James aus Australien, Hakan aus der Türkei und Alex aus der Ukraine steigen sie in die Linie 45 der S-Bahn.
Am Bahnhof Zoo werden sie von Roberto aus Brasilien, Miriam aus Costa Rica, Sarah aus den USA, John Kwame aus Ghana und Pierre aus Frankreich erwartet. Sie steigen mit großen Erwartungen aus der S-Bahn.
"Hallo, schön euch wiederzusehen!", ruft Tesalino. "Seid ihr mit eurer Planung und dem WM-Dorf schon weit?"
"Es geht so, denn wir kriegen fast immer wieder neue Ideen!"
Dann fahren sie mit einem Fifa-Helfer zum Fußballdorf und stehen vor etwa einer 1 km² großen Wiese. Vorn sind etwa 400 Quadratmeter ausgehoben, planiert und haben ein Betonfundament.
"Hier ist etwa der Eingang - mit der Aufschrift ‚Willkommen im Fußball-WM-Dorf 2006'. Der offizielle Partner T-Com will uns auch Telefone und Stromleitungen schenken", sagt John Kwame stolz.
Tesalino überlegt: "Wäre es nicht schön, wenn wir in Sprachen von allen Kontinenten ‚Willkommen' schreiben?"
Und schon schreiben sie alle in den Sprachen, die sie kennen, ‚Willkommen' auf das Schild.
John Kwame erklärt: "Für Ghana haben wir ein Meer, einen Strand, einen kleinen Regenwald, kleine Rundhütten mit Strohdächern und einen Trainingsplatz gebaut."
Roberto erklärt: "Für Brasilien haben wir auch Meer und Strand, aber hier noch den Zuckerhut mit der Christusstatue und ein Hotel gebaut."
Sie erzählen und zeigen, was sie noch geleistet haben. Die anderen staunen: "So viele Sachen habt ihr schon gemacht?"
Tesalino sagt zu seiner Schwester: "Da steckst doch sicher du dahinter. Bestimmt hast du Fotos hierhin geschickt! Stimmt's?"
"Ja, ist irgendwas dabei?", fragt Tesalina.
"Nö, nö!", meint Tesalino leise.
Dann machen sie sich alle einen Plan von ihrer Arbeit.
Nach einer halben Stunde fangen alle mit ihren Aufgaben an. Tesalina und Sarah müssen in einen Blumenladen und schöne Rosen für das Tor im Eingangsbereich kaufen, während James, Hakan, Alex, Roberto, John Kwame und Pierre am Stadion arbeiten.
Einige legen den Rollrasen. Danach macht Alex die Linien mit weißer Kreide.
Tesalino managt die Jungs. Li Shang und Miriam kaufen ein Tor für den Eingang. Nun warten sie auf die Trödelliesen Tesalina und Sarah.
"Da seid ihr ja endlich!", ruft Tesalino.
Dann müssen die vier die Rosen am Tor befestigen und noch ein paar Blumen im Eingangsbereich pflanzen.
Mit der Hilfe von Pierre können sie das Schild anbringen. Inzwischen werden im Stadion eifrig die Sitzplätze montiert. Als Alex und Tesalino fertig sind, helfen sie auch mit.
Bald sind sie für diesen Tag fertig und fallen todmüde ins Bett. Der Auftraggeber Herr Menteser ist sehr zufrieden und lobt Tesalino und Tesalina am nächsten Morgen.
Er meint: "Nun ist es aber genug für diese Woche! Zeigt unseren Gästen doch auch erst mal etwas von Deutschland!"
"Das ist eine gute Idee", stimmen die beiden ihm zu. Sie kramen schon mal die Trikots für Ali und Serkan aus der Tasche. Alle gemeinsam fahren mit einem ICE nach Paderborn und von dort aus mit einem Taxi nach Schlangen.
Es ist gerade 12 Uhr, als sie auf dem Parkplatz vor dem Schulgelände ankommen.
Tesalino klopft an die Klassentür und alle gehen hinein. Sie werden jubelnd begrüßt.
Frau Oesterhaus, die Lehrerin, sagt: "Wie schön, dass ihr wieder hier seid! Ihr könnt uns in der nächsten Stunde alles erzählen."
Ali und Serkan freuen sich sehr über die Trikots. Nun schellt es.
Alle Kinder stürmen auf den Schulhof - bis auf Tesalina und Tesalino. Sie berichten Frau Oesterhaus, dass ihr Auftrag richtig toll war. Als alle Kinder wieder in der Klasse sind, fangen sie an zu erzählen. Sie erzählen über Costa Rica, die USA, Ghana, Frankreich, die Ukraine, Japan, Australien, die Türkei und Brasilien und die 4a hört interessiert zu. Sie sind gerade fertig, da schellt es zum Schulschluss.
Nun geht es mit dem Auto zu den Externsteinen.
"Es gibt sie seit Millionen von Jahren", erklärt Tesalino.
Sie wandern zur Silbermühle und picknicken im Teutoburger Wald. Danach geht es zum Hermannsdenkmal.
"Was ist das für ein Mann?", fragt Sarah.
"Das ist Hermann", antwortet Tesalina. "Er bewahrte im Jahr 9 nach Christi Geburt die Germanen vor der Herrschaft der Römer, indem er hier die Schlacht gegen sie gewann."
Sie fahren aus dem Lipperland hinaus nach Köln. Dort bewundern sie den Kölner Dom.
Unterwegs erzählen sie ihren Gästen etwas über Deutschland: "Wir haben 82 Mill. Einwohner. Unsere größten Flüsse sind die Donau, der Rhein, die Elbe, die Oder und die Weser. Unser höchster Berg liegt schon in den Alpen. Die Zugspitze ist 2962 m hoch. Wir liegen mitten in Europa und haben neun Nachbarländer."
Mittlerweile sind sie wieder in Berlin angekommen. Sie besichtigen das Schloss Charlottenburg und schlendern durch die Stadt.
Am Brandenburger Tor ziehen sich Tesalino und Tesalina ihre Antihaft-Handschuhe aus und klettern an den Seiten ganz nach oben.
Tesalino ruft den anderen zu: "Gute Aussicht von hier oben!"
Nach einer Weile rutschen die beiden wieder an den Säulen des Brandenburger Tores herunter.
Alle elf gehen zum Bundeskanzleramt und zum Reichstagsgebäude. Li Shang ist sehr neugierig und möchte sofort hinein. Tesalino erklärt noch ein paar Regeln, dann gehen sie hinein und schauen dem Bundestag zu.
Die elf Kinder staunen nicht schlecht, denn aus der Kuppel hat man wirklich eine richtig tolle Aussicht.
Tesalino fragt, ob sie mal zur Bundeskanzlerin Angela Merkel oder zum Bundespräsidenten Horst Köhler dürfen.
Doch der nette Mann sagt: "Tut mir Leid, aber beide sind sehr beschäftigt, und außerdem dürfen Kinder nur zu ihnen, wenn sie angemeldet sind."
Am nächsten Tag arbeiten sie weiter am WM-Dorf im Leimolinoland.
Plötzlich taucht der Bus der deutschen Nationalmannschaft auf. Zwischen all den Fußballspielern entdeckt Tesalino Michael Ballack, der mit seinem Bundestrainer redet.
Nun ruft Tesalino: "Den muss ich in seinem Dorf treffen! Wir können sonst keinem etwas über unsere Spieler erzählen!"
Miriam erwidert: "Die Spieler wissen aber noch gar nicht, wo ihr Dorf ist. Wir können sie doch herumführen. Dann können wir Bekanntschaft mit ihnen machen und später unseren Freunden aus der 4a etwas über die Fußballspieler erzählen."
Kurz darauf führen die Freunde die berühmten Spieler durch das WM-Dorf. Roberto zeigt auf das Begegnungszentrum.
"Ist gut geworden - oder?", sagt Li Shang.
"Ja, sehr gut sogar!", antwortet Ballack.
Auch Tesalino lobt alle dafür, dass sie sehr, sehr gute Arbeit geleistet haben und verspricht: "Heute Abend gibt es ein deftiges deutsches Gericht, Eisbein mit Sauerkraut, und für die Muslime typisch lippischen Pickert."
Und so gibt es am Abend sehr leckeres Essen für alle.
Zwei Monate später stehen alle elf stolz im Eingang des Dorfes und heißen die Teilnehmerländer willkommen.
Für alle ist es der schönste Tag in ihrem bisherigen Leben.

 

 

 

 

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